Situation unserer Grüns: Schneeschimmel und Blaualgen machen uns noch zu schaffen

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Golfclubs,

aus aktuellem Anlass möchten wir nochmals zum Anfang der Saison die Problematik unserer Grüns thematisieren.

–   Der natürlichste und weitverbreitetste Feind auf Golfplätzen ist der Schneeschimmel, ein Rasenpilz, der sich bei feuchter Witterung im Herbst und Winter entwickelt und braune strohige „Trocken-Flecken“ hinterlässt, die erst bei milden Temperaturen in der neuen Saison herauswachsen. Nach umfangreichen und vorbeugenden Maßnahmen im Spätjahr ist der Befall auf unseren Grüns zwar deutlich geringer als in der Vergangenheit, aber immer noch zu viel und zu “schmerzhaft“ für ein Golferherz.

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–   Viel größere Probleme bereitet uns allerdings immer noch der im letzten Jahr auf vielen Grüns (vor allem 2, 3 und 11) aufgetretene großflächige Befall mit „Blaualgen“, der teilweise nur schwer von den durch Schneeschimmel verursachten Schädigungen zu unterscheiden ist. Das Phänomen Blaualgen entstand primär durch das anhaltend regnerische Wetter in der ersten Jahreshälfte und die dadurch zu feuchten Grüns. Blaualgen verschließen die Grasnarbe und es entsteht eine luftundurchlässige „Lederhaut“. Das Gras darunter stirbt langsam ab und es entstehen Kahlstellen, die von vielen Golfern als „Trockenstellen“ wahrgenommen werden. Mehr Beregnen bewirkt aber eher das Gegenteil. Diese Erfahrung haben wir dann auch gemacht – unsere Grüns waren noch nie so „feucht“ wie letztes Jahr, die Vorgrüns teilweise nur noch stehendes Wasser – und die Blaualgen breiteten sich weiter aus.

Bereits gegen Ende der Saison bemühten wir uns, die durch den Blaualgenbefall verursachten Kahlstellen auszustechen und gleichzeitig Sand und Saatgut einzuarbeiten. Der Erfolg ist allerdings auch nach nochmaliger Bearbeitung in diesem Frühjahr noch nicht durchgreifend.

Wer sich die Grüns genauer anschaut, konnte zwar schon seit Mitte März mit den warmen Tagestemperaturen ein erstes feines Graswachstum an den bearbeiteten Flächen beobachten, aber der Kälteeinbruch in den letzten Wochen verhindert leider schnelle Verbesserungen.

Zwar beginnt das Wachstum bei unerwünschten Gräsern, wie die „Poa Anua“ schon bei 4 Grad. Die von uns ausgesäten Wunschgräser „Agrostis“ und „Vestuca“ brauchen aber Bodentemperaturen (!) von mindestens 8 bzw. 12 Grad – optimal wären 15 bis 25 Grad.

Und natürlich wünschen auch wir uns Temperaturen über 15 Grad, damit alles sprießt, alle Krankheiten rauswachsen, die Bälle linientreu ins Loch fallen und Sie uns wieder Ihr Lächeln schenken.

Das Greenkeeper Team wünscht Ihnen eine harmonische Golfsaison.

Bitte gewähren Sie uns auch 2017 wieder Vorfahrt bei allen Pflegearbeiten.

Ihr Greenkeeper Team und Roswitha Weiss